Wissenschaftsgeschichte

Henrietta Lacks und ihre unsterblichen Zellen

Mit diesem Beitrag nehme ich am diesjährigen ScienceBlogs Schreibwettbewerb teil, wo er heute erschienen ist. Weil der Text auch sehr gut direkt hier reinpasst, veröffentliche ich ihn hier nochmals.


1953 wurde die Struktur der DNA aufgeklärt und läutete eine Revolution in der Biologie ein. Etwa zur selben Zeit erlebten die Lebenswissenschaften eine weitere Umwälzung, die weniger bekannt ist: die erste menschliche, potentiell unsterbliche Zelllinie wurde etabliert. So gut wie alle Biologen, die ich kenne, haben im Laufe ihres Studiums oder ihres Berufslebens bereits mit diesen Zellen gearbeitet. Die Geschichte dahinter ist aber vielen – und war auch mir lange – unbekannt. Dabei ist sie wirklich faszinierend und wirft viele medizinisch-ethische Fragen auf wie z. B.: Was von meinem Körper gehört mir? Glücklicherweise schildert Rebecca Skloot in ihrem 2010 erschienenen Buch The immortal life of Henrietta Lacks (auf Deutsch: Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks), unter welchen Umständen die Zelllinie entwickelt wurde und welche Folgen das hatte. (mehr …)

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Die Neandertaler und wir – Svante Pääbo

Wie unterscheiden sich moderne Menschen von ihren ausgestorbenen Verwandten? Sind wir für die Beantwortung dieser Frage ausschließlich auf das Interpretieren von Skelettresten, verlassenen Feuerstellen und Gräbern angewiesen oder gibt es auch unmittelbare Methoden, die empirisch klar machen, wie die Menschheitsgeschichte ablief? Das sind Fragen, die Svante Pääbo, den Begründer der Paläogenetik, umtreiben. Er geht sie mit Methoden der Molekularbiologie an und entlockt so urzeitlichen Knochen ihre Geheimnisse.

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Die perfekte Theorie – Pedro G. Ferreira

1915, vor hundert Jahren also, hat Albert Einstein seine allgemeine Relativitätstheorie (RT) veröffentlicht, die unsere Vorstellungen von Raum und Zeit ganz schön durcheinander gebracht hat. Beobachter, die sich relativ zueinander bewegen, nehmen Zeit unterschiedlich war. Licht wird durch Masse gekrümmt und bewegt sich scheinbar nicht geradlinig. Die Relativitätstheorie hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die nun der in Oxford tätige Astrophysiker Pedro G. Ferreira in seinem Buch Die perfekte Theorie – Das Jahrhundert der Genies und der Kampf um die Relativitätstheorie schildert.

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Längengrad – Dava Sobel

Die Navigation auf dem Meer war früher, bis ins 18. Jahrhundert hinein, sehr ungenau. Schiffe verirrten sich auf hoher See, fanden ihren Zielhafen nicht und die Skorbut-geschwächten Besatzungen verloren ihr Leben. Deshalb wurden überwiegend gut bekannte Routen befahren, was dazu führte, dass die Schiffe auf diesen Wegen oft von Piraten heimgesucht wurden. Die unzulängliche Navigation kostete also Geld und Menschenleben. Woran die Navigation scheiterte, wie das Problem von einem gelernten Tischler gelöst wurde und dieser um die Anerkennung seiner Idee kämpfen musste, schildert Dava Sobel in ihrem Buch Längengrad – Die wahre Geschichte eines einsamen Genies, welches das größte wissenschaftliche Problem seiner Zeit löste.

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Bongos, Respektlosigkeit und das CalTech…Richard Feynman (Teil I)

Wissenschaftler sind ja laut Klischée ziemlich langweilige Typen. Wenn man sich aber mal mit ein paar Biografien von Forschern beschäftigt, wird man merken, dass da coole Leute dabei waren. Egal ob man zeitlich etwas weiter zurückgeht und sich die abenteuerlichen Reisen durch den Amanzonas und den malaiischen Archipel von Alfred Russel Wallace ansieht, der zusammen mit Darwin die Evolutionstheorie entwickelte, oder in der Gegenwart das Leben von J. Craig Venter betrachtet, der sich auf dem Weg zur Sequenzierung des menschlischen Genoms mit der halben Welt der Molekularbiologie angelegt hat – allesamt interessante Biografien! Es ist gerade das Internationale Jahr des Lichts, also habe ich mich mal mit einem Menschen beschäftigt, der für die Erforschung des Lichts wirklich wichtig war und der außerdem noch ein außergewöhnliches Leben geführt hat: Richard P. Feynman (1918- 1988).

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Eine kurze Geschichte von fast allem – Bill Bryson

Bill Brysons „Eine kurze Geschichte von fast allem“ wurde bereits 2004 zum Wissenschaftsbuch des Jahres gewählt und trotzdem habe ich es erst jetzt gelesen. In dem Buch geht es um sehr viel unterschiedliche Dinge – eben fast alles – wie Geologie, Biologie, Physik oder Meteorologie. Ursprünglich dachte ich, dass Bryson überwiegend erklärt, was wir über die Welt wissen. Darum geht es aber nicht hauptsächlich. Vielmehr liegt der Schwerpunkt darauf, wie man bestimmte Dinge herausgefunden hat. Und wer an den Entdeckungen beteiligt war. Überraschenderweise hielt ich eine wirklich amüsant zu lesende Geschichte der Wissenschaft in Händen.

Eine kurze Geschichte von fast allem - Bill Bryson

Eine kurze Geschichte von fast allem – Bill Bryson

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