Biologie

Arrival of the Fittest – Andreas Wagner

Darwins Evolutionstheorie basiert darauf, dass Individuen einer Population sich voneinander unterscheiden. Diese Unterschiede resultieren in abweichendem Fortpflanzungserfolg – der schlechter Angepasste wird aussortiert, der besser Angepasste setzt sich durch und vorteilhafte Neuerungen werden durch natürliche Selektion erhalten. Survival of the fittest wurde das bereits zu Zeiten Darwins genannt. Wovon man aber Mitte des 19. Jahrhunderts noch keine Ahnung haben konnte, war, woher die Variationen innerhalb einer Population kamen und wie diese kleinen Veränderungen zu großen Innovationen führen können. Was die Biologie hierzu mittlereile herausgefunden hat, erklärt der Evolutionsbiologe Andreas Wagner in seinem Buch Arrival of the Fittest – Wie das Neue in die Welt kommt.

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Henrietta Lacks und ihre unsterblichen Zellen

Mit diesem Beitrag nehme ich am diesjährigen ScienceBlogs Schreibwettbewerb teil, wo er heute erschienen ist. Weil der Text auch sehr gut direkt hier reinpasst, veröffentliche ich ihn hier nochmals.


1953 wurde die Struktur der DNA aufgeklärt und läutete eine Revolution in der Biologie ein. Etwa zur selben Zeit erlebten die Lebenswissenschaften eine weitere Umwälzung, die weniger bekannt ist: die erste menschliche, potentiell unsterbliche Zelllinie wurde etabliert. So gut wie alle Biologen, die ich kenne, haben im Laufe ihres Studiums oder ihres Berufslebens bereits mit diesen Zellen gearbeitet. Die Geschichte dahinter ist aber vielen – und war auch mir lange – unbekannt. Dabei ist sie wirklich faszinierend und wirft viele medizinisch-ethische Fragen auf wie z. B.: Was von meinem Körper gehört mir? Glücklicherweise schildert Rebecca Skloot in ihrem 2010 erschienenen Buch The immortal life of Henrietta Lacks (auf Deutsch: Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks), unter welchen Umständen die Zelllinie entwickelt wurde und welche Folgen das hatte. (mehr …)

Gene und menschliche Kompatibilität

Auf die Frage, was mich von anderen Menschen unterscheidet und was Menschen untereinander kompatibel macht, mag es viele plausible Erklärungen geben, die in die unterschiedlichsten Richtungen gehen. Menschen haben unterschiedliche Erfahrungen gesammelt, unterschiedliche Talente und Fähigkeiten erworben, die sich gut ergänzen oder Menschen miteinander konkurrieren lassen. Je nachdem, wie man die Frage stellt. Aber auf eine Version dieser Frage gibt es eine sehr konkrete Antwort: die MHC-Gene. Die Geschichte ihrer Erforschung erzählt der Immunologe Daniel M. Davis in seinem Buch The Compatibility Gene.

thecompatibilitygene

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Die Intelligenz der Pflanzen – Stefano Mancuso/Alessandra Viola

Pflanzen sind dumm und vegetieren nur so vor sich hin. So denken vermutlich viele Menschen – wenn sie sich überhaupt jemals Gedanken über die Pflanzen und ihre Rolle in unserer Welt gemacht haben. Dass Pflanzen aber außerordentlich wichtig und darüber hinaus auch noch intelligent sind, wollen der Pflanzenphysiologe Stefano Mancuso und die Journalistin Alessandra Viola in ihrem Buch „Die Intelligenz der Pflanzen“ belegen.

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Gene, Genetik, Epigenetik

Unterschiede zwischen eineiigen Zwillingen, Probleme beim Klonen, Autismus, unbefruchtete Empfängnis, Krebs, Evolution. Bei all diesen Dingen soll die ominöse „Epigenetik“ ihre Finger im Spiel haben. Aber was ist das eigentlich? The epigenetics revolution von Nessa Carey aus dem Jahr 2011 sowie zwei deutsche Bücher versprechen Aufklärung.

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Wie das Leben an Land ging – und wieder zurück

Dass Tierarten untereinander verwandt sind und voneinander abstammen, fand ich schon immer einleuchtend. Verschiedene Affenarten ähneln sich unterschiedlich stark und sind näher oder entfernter miteinander verwandet, je nachdem, vor wie langer Zeit ihrer letzter gemeinsamer Vorfahre gelebt hat. Mit der Vorstellung, dass dazu eben auch der Mensch gehört, dessen Linie sich vor etwa sechs Millionen Jahren von der des Schimpansen abgespalten hat, hatte ich auch nie wirklich Probleme. Aber der Gedanke, dass sich irgendwann Fische verändert haben, sich zu Vierbeinern an Land und schließlich zu Säugetieren entwickelt haben, fand ich als Schüler schwer vorstellbar. Und dass Wale Säugetiere sind, die von Landlebewesen abstammen, setzte dem ganzen dann die Krone auf. Dass das aber trotzdem so war – egal wie schwer es im ersten Moment zu glauben ist – zeigen zwei Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe: „Der Fisch in uns“ von Neil Shubin und „At the water’s edge“ von Carl Zimmer.

Neil Shubin - Der Fisch in uns

Neil Shubin – Der Fisch in uns

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Biohacking – H. Charisius, R. Friebe, S. Karberg

Biotechnologie und „Gentechnik aus der Garage“ – geht das? Das Autorentrio Charisius, Friebe und Karberg hat den Selbstversuch unternommen und ist in die Szene der „Biohacker“ eingetaucht. Es gibt offensichtlich Leute in den USA (und einige wenige in Deutschland), die versuchen, molekularbiologische Experimente statt in einem professionellen Labor in ihrer Garage durchzuführen – ganz im Stile der Computerpioniere wie Gates oder Jobs, die so ihre Firmen gegründet haben. biohacking (mehr …)